Fahrsilo abdecken: Schritt für Schritt luftdicht verschließen

Abdecken & SchützenGrasMaisAbdecken
Von Silage Safe · aktualisiert am 5. November 2026 · 9 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
Kurze Antwort

Ein Fahrsilo decken Sie direkt nach dem Walzen ab. Beginnen Sie mit sauberem, trockenem Silo und Wandfolie bis zum Boden. Legen Sie Unterziehfolie über die ganze Breite, ziehen Sie zwei Silofolien über die Silage und sichern Sie vor allem die Ränder straff. Geht es schief, verlieren Sie durch Nacherwärmung schnell zusätzlich 10 % Futterwert (Broschüre Silage Safe, Eurofins Agro).

3 Lagen

Folie an jeder Stelle der Silage: Unterziehfolie und zwei Lagen Silofolie

Silage Safe
10 %

zusätzlicher Futterwert geht durch Nacherwärmung schnell verloren

Silage Safe, Broschüre 2026 (Eurofins Agro)
20 cm

so weit lassen Sie die Folie mit Silage Safe mindestens auf dem Boden überstehen, damit kein Regenwasser in die Silage läuft

Silage Safe, Anleitung in der Broschüre 2026

Nach einem langen Tag Einsilieren möchten Sie das Silo schnell dicht haben. Genau dann entscheidet sich, ob es luft- und wasserdicht wird oder ob Sie später Nacherwärmung, Schimmel und Futterverluste am Futtertisch sehen. Meistens hapert es am Zeitpunkt, an der Arbeitsweise oder am Material.

Die Schritte unten reichen von der Vorbereitung des Silos bis zur Entnahme. Wo es nötig ist, finden Sie einen Link zu weiteren Erklärungen.

Warum muss Silage gut abgedeckt werden?

In einer gut verschlossenen Silage wandeln Milchsäurebakterien Zucker in Milchsäure um. Der pH-Wert sinkt und das Futter bleibt stabil. Kommen Luft oder Wasser dazu, bekommen Hefen, Schimmelpilze und Bakterien eine Chance. Die Folge sind Nacherwärmung, Verderb und weniger Futterwert. Durch Nacherwärmung gehen schnell zusätzlich 10 % Futterwert verloren (Silage Safe, Broschüre 2026, auf Basis von Eurofins Agro). Das merken Sie am Futtertisch und an der Milchmenge im Tank. Mit den 7 Tipps gegen Nacherwärmung erkennen und vermeiden Sie das Problem.

Wie decken Sie ein Fahrsilo ab? Schritt für Schritt

Schritt 1: Bereiten Sie Ihr Fahrsilo vor

Kurz gesagt: Machen Sie Silo und Zufahrt sauber und trocken, mähen Sie rundherum, sorgen Sie für Wasserablauf und prüfen Sie Wände und Boden.

Alles, was im Silo liegen bleibt, silieren Sie mit ein. Räumen Sie alte Folie, Futterreste und Schmutz weg, entfernen Sie stehendes Wasser und fegen Sie den Boden. Vergessen Sie die Zufahrt nicht: Sonst fahren die Schlepper Mist, Schlamm und altes Futter doch noch ins Silo.

Mähen und schneiden Sie rund um das Silo, und zwar rechtzeitig. Harte Stoppeln stechen Löcher in die Folie, und hoher Bewuchs ist ein Versteck für Mäuse und Ratten. Sorgen Sie auch dafür, dass Rinnen und Schächte offen und sauber sind, damit Regenwasser und Sickersaft ablaufen können. Prüfen Sie zum Schluss, ob die Wände Risse, schlechte Fugen oder scharfe Kanten haben.

Schritt 2: Wählen Sie die richtige Folie

Kurz gesagt: Verwenden Sie neue, kräftige Silofolie, eine Unterziehfolie direkt auf dem Futter und Wandfolie bis auf den Boden.

Silofolie ist nie ganz luftdicht. Deshalb wählen Sie eine kräftige Folie, die dick, stoßfest und dehnbar genug ist. Verwenden Sie nie alte Silofolie: Daran hängen Reste von Erde, Silage und Wasser, und oft hat sie schon kleine Löcher.

Unterziehfolie ist dünner und saugt sich am Futter fest. Dadurch bleibt weniger Luft zwischen Folie und Futter, und die Konservierung kommt schneller in Gang. Wandfolie hält das Wasser ab, das an den Wänden entlang ins Silo sickert. Fugen in den Wänden sind oft schon nach ein oder zwei Saisons verschlissen.

Welche Folie Sie wählen und wie breit sie sein muss, lesen Sie ausführlich unter Silofolie, Unterziehfolie und Wandfolie.

Schritt 3: Legen Sie die Folie bereit

Kurz gesagt: Legen Sie die Silofolie vor dem Einsilieren über beide Wände, bis auf den Boden und ein gutes Stück über den Siloboden.

Wir empfehlen, mit einer Unterziehfolie und zwei großen Silofolien zu arbeiten. Wählen Sie Folie, mit der Sie die ganze Länge des Silos in einem Stück abdecken. Für die Breite addieren Sie die Silagehöhe zur Breite des Silos. Bei einem Silo von 8 Metern Breite und einer Silagehöhe von 2 Metern wählen Sie Folie von 10 Metern Breite. Dann brauchen Sie keine separate Wandfolie, und überall liegt eine doppelte Lage.

Legen Sie die Folie über beide Wände bereit, ziehen Sie sie bis auf den Boden und lassen Sie ein gutes Stück auf dem Siloboden liegen. So kann kein Regenwasser in die Silage laufen, auch nicht, solange die Silage noch nicht über die Wand hinausragt. Danach silieren Sie ein und verdichten die Silage gut und gleichmäßig. Schließen Sie die Oberseite glatt und leicht gewölbt ab, damit kein Wasser darauf stehen bleibt (WUR). Arbeiten Sie mit Silage Safe, lassen Sie mindestens 20 Zentimeter Folie auf dem Boden liegen und formen Sie die Silage gewölbt, damit die Bahnen die Folie straff über die Silage ziehen und das Wasser über die Drainage abläuft.

Schritt 4: Decken Sie die Silage sofort ab

Kurz gesagt: Beginnen Sie direkt nach dem Walzen, mit allem Material griffbereit und einer Person, die die Leitung hat.

Arbeiten Sie mit genügend Leuten, aber lassen Sie eine Person die Leitung übernehmen. Diese Person behält den Überblick und verhindert, dass jeder es auf seine eigene Art macht.

  1. Legen Sie alles bereit: Unterziehfolie, Silofolie, Bahnen oder ein Abdecksystem und eventuell Sandsäcke.
  2. Beginnen Sie direkt nach dem Walzen. Je schneller Sie abdecken, desto kühler bleibt die Silage und desto schneller kommt die Ansäuerung in Gang.
  3. Legen Sie die Unterziehfolie über die ganze Breite der Silage. Die Ränder der Unterziehfolie sind oft eine Schwachstelle: Dort sammelt sich Luft, und Kondenswasser tropft ins Futter.
  4. Ziehen Sie die erste Silofolie über die Silage, von der Seite, aus der der Wind kommt.
  5. Ziehen Sie danach die zweite Silofolie über die Silage, von der anderen Seite, mit dem Wind. Jetzt liegen an jeder Stelle mindestens 3 Lagen Folie: Unterziehfolie und zwei Lagen Silofolie.
  6. Legen Sie die Bahnen oder das Abdecksystem darüber und befestigen Sie sie. Achten Sie darauf, dass alles straff liegt und die Ränder gut dicht sind. Dann findet der Wind keinen Angriffspunkt, und überall liegt gleich viel Druck.
  7. Ziehen Sie nach ein paar Wochen alles erneut straff. Die Silage setzt sich in den ersten Wochen noch etwas. Die Folie liegt dann lockerer, und es können Lufteinschlüsse entstehen.

Gras und Mais brauchen jeweils etwas anderes: siehe Grassilage abdecken und Maissilage abdecken.

Schritt 5: Achten Sie auf die Entnahme

Kurz gesagt: Öffnen Sie das Silo nicht zu früh, halten Sie die Anschnittfläche glatt und füttern Sie schnell genug durch.

Öffnen Sie das Silo nicht innerhalb von 6 Wochen: Dann ist es noch nicht ausreichend angesäuert. Halten Sie die Anschnittfläche glatt und lassen Sie kein loses Futter im Silo liegen. Entfernen Sie schlechte Stellen, damit sie sich nicht weiter ausbreiten. Und sorgen Sie für einen ausreichenden Vorschub: mindestens 1,5 Meter pro Woche im Winter und mindestens 2 Meter im Sommer.

Wie bekommen Sie die Ränder dicht?

Kurz gesagt: Die meiste Luft dringt über die Seiten ein, deshalb muss dort der Druck am größten sein.

An den Wänden lässt sich das Futter am schwersten verdichten. Dort steckt also die meiste Luft. Sind die Ränder nicht gut abgeschlossen, bleibt das Silo undicht, und Sie verlieren an den Seiten dauerhaft Qualität. Reifen und Erde bleiben schlecht auf den Rändern liegen, und dort läuft auch das Regenwasser hinein. Genau dort beginnen Nacherwärmung und Schimmel.

Ein Abdecksystem, das die Ränder nach innen zieht, hält dort den Druck. Milchviehhalter Bouwman aus Den Andel sieht es an seinem Silo: „Wenn man es so liegen sieht, erkennt man auch, dass das Raufutter straff abgedeckt ist, vor allem an den Rändern.“ Lesen Sie seine Erfahrung mit Silage Safe.

Wie decken Sie bei Wind und Regen ab?

Kurz gesagt: Arbeiten Sie bei Wind schnell und flach, beginnen Sie auf der Windseite und sichern Sie die Folie sofort. Halten Sie Regenwasser mit Wandfolie und einer guten Entwässerung aus der Silage.

Wind ist eines der schwierigsten Dinge beim Abdecken. Die Folie bleibt schlecht liegen und kann reißen. Haben Sie die Folie schon über die Wände bereitgelegt, ist sie auf einer Seite bereits fixiert. Legen Sie ein paar Sandsäcke auf den Rand an der Windseite, oder lassen Sie jemanden die Folie am Boden festhalten. Ziehen Sie die Folie flach über die Silage und sichern Sie sie danach sofort mit Gewicht oder einer Reihe von Bahnen. Arbeiten Sie mit Silage Safe, befestigen Sie bei starkem Wind zuerst vorne, in der Mitte und hinten je eine Bahn und legen Sie danach die übrigen auf, von hinten beginnend.

Wasser hat einen höheren pH-Wert als gut angesäuerte Silage, bringt unerwünschte Bakterien mit und spült Nährstoffe aus. Solange das Silo luftdicht ist, hält sich der Schaden in Grenzen. Bei der Entnahme breiten sich Nacherwärmung und Verderb dann aber schneller aus. So verhindern Sie Regenwasser im Silo.

Abdecken mit Reifen, Erde oder einem Abdecksystem: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Reifen und Erde machen viel Arbeit und geben wenig Druck auf die Ränder. Ein Abdecksystem verteilt den Druck gleichmäßiger.

Jahrelang waren Autoreifen oder eine Schicht Erde der Standard. Sie geben Gewicht und halten die Folie an ihrem Platz. Trotzdem haben sie deutliche Nachteile.

Autoreifen müssen Sie alle von Hand auflegen und bei der Entnahme wieder wegräumen. In den Reifen sammeln sich Wasser und Schmutz, und das zieht Schädlinge an. Alte Reifen enthalten Stahldrähte, die frei werden, wenn der Reifen langsam zerfällt. Gelangen diese ins Futter, können Ihre Kühe eine Fremdkörpererkrankung bekommen. Außerdem gibt ein Reifen nur örtlich etwas Gewicht und bleibt oft nicht auf den Rändern liegen.

Erde ist noch mehr Arbeit. Im Winter kann sie gefrieren, sodass sich das Silo schwer öffnen lässt. Sie bringt Verschmutzung mit, bleibt schlecht auf den Rändern liegen und zieht durch den Bewuchs mehr Schädlinge an.

Ein Abdecksystem mit Bahnen und Gurten verteilt den Druck gleichmäßiger, geht schneller und ist sauberer. Mit Silage Safe decken Sie mit 2 Personen ab. Anton van de Ende aus Schipluiden bringt es auf den Punkt: „Nie wieder Reifen schleppen!“ Wie das System funktioniert, sehen Sie in den Produktinformationen.

Wie decken Sie bei der Lagensilierung ab?

Kurz gesagt: Decken Sie bei der Lagensilierung nach jeder Lage genauso gut ab wie beim ersten Mal.

Bei der Lagensilierung silieren Sie mehrere Schnitte übereinander ein. Das Silo wird öfter geöffnet und bekommt also öfter Luft. Mit Reifen oder Erde wird es zwischendurch oft schlechter abgedeckt, um Arbeit zu sparen. Legen Sie die Folie wie oben beschrieben bereit, bleibt sie an der Wand hängen. Sie müssen sie dann nicht jedes Mal ganz neu über die Silage ziehen. Ein Abdecksystem hilft, zwischendurch gut abzudecken, ohne viel zusätzliche Arbeit: Bei Silage Safe bleiben Folie und Bahnen hängen, und nach dem Einsilieren decken Sie schnell wieder ab.

Welche Fehler sieht man beim Abdecken am häufigsten?

  1. Zu lange mit dem Abdecken warten. Nach dem Walzen ist noch Sauerstoff in der Silage. Je länger Sie warten, desto schlechter kommt die Konservierung in Gang.
  2. Kein gleichmäßiger Druck. Wo die Folie nicht straff liegt, bleiben Lufteinschlüsse. Reifen geben nur örtlich Druck.
  3. Ränder nicht richtig dicht. Dort dringt die meiste Luft ein.
  4. Unsauberes Arbeiten bei Wind. Das gibt Falten, Lufteinschlüsse oder kaputte Folie und damit ein undichtes Silo vom ersten Tag an.
  5. Bei der Lagensilierung zwischendurch schlecht abdecken. Dann bekommt die Silage jedes Mal zusätzlich Luft.
  6. Keine Nachkontrolle. Nach ein paar Wochen hat sich die Silage gesetzt, und die Folie liegt locker.
  7. Lose Folie und Spalten. Sie machen das Silo attraktiv für Vögel und andere Schädlinge.

Für Pressschnitzel und Biertreber gelten dieselben Regeln.

Aus der Praxis
“Nach dem Öffnen und Schließen können wir das Silo jetzt innerhalb einer Stunde wieder abdecken.”
Remco Fuite, Genemuiden (Niederlande) · Bericht lesen

Unsicher bei Ihrer Silage?
Wir beraten Sie gern.

Kontakt aufnehmen

Häufige Fragen

Wie schnell nach dem Einsilieren müssen Sie abdecken?

Direkt nach dem Walzen der letzten Lage. Je länger Sie warten, desto mehr Sauerstoff bleibt in der Silage und desto später kommt die Ansäuerung in Gang. Das erhöht das Risiko für Nacherwärmung.

Wie viele Lagen Folie legen Sie auf die Silage?

Wir empfehlen eine Unterziehfolie und zwei Silofolien, die sich überlappen. Dann liegen an jeder Stelle mindestens 3 Lagen Folie.

Mit wie vielen Personen decken Sie ein Fahrsilo ab?

Mit Reifen oder Erde brauchen Sie genug Leute, um schnell arbeiten zu können, und eine Person, die die Leitung hat. Wie viele das sind, hängt von der Größe Ihres Silos ab. Mit einem Abdecksystem wie Silage Safe decken Sie mit 2 Personen ab.

Wann darf ein Silo geöffnet werden?

Nicht innerhalb von 6 Wochen nach dem Einsilieren. Dann ist die Silage noch nicht ausreichend angesäuert und also noch nicht stabil.