Nacherwärmung der Silage vermeiden: Wie entsteht sie und was tun Sie dagegen?

Von Silage Safe · aktualisiert am 5. November 2026 · 5 Min. Lesezeit
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Kurze Antwort

Nacherwärmung entsteht, wenn Sauerstoff an das Futter kommt und Hefen wieder aktiv werden. Das Futter erwärmt sich und verliert Futterwert: schnell zusätzlich 10 % (Broschüre Silage Safe, Eurofins Agro). Sie beginnt meist an den Rändern, oben und an der Anschnittfläche. Sie vermeiden sie mit guter Verdichtung, sofort luftdichter Abdeckung, ohne Regenwasser in der Silage und mit genug Vorschub.

> 10 °C

wärmer als die Außenluft: dann spricht man von Nacherwärmung

Eurofins Agro
10 %

zusätzlicher Futterwert geht durch Nacherwärmung schnell verloren

Silage Safe, Broschüre 2026 (Eurofins Agro)
17 %

Verlust an Futterwert (Energie) ist bei Nacherwärmung möglich

WUR, Handboek Melkveehouderij

Sie schneiden das Silo an, und an der Wand ist das Futter warm und muffig. Das ist Nacherwärmung, und sie kostet Sie Futterwert, Futteraufnahme, Milch und viel zusätzlichen Ärger. Sie beginnt meist an den Rändern, oben oder an der Anschnittfläche. Mit gutem Walzen, sofortigem Abdecken und genug Vorschub geben Sie der Nacherwärmung wenig Chance, in Grassilage wie in Maissilage.

Was ist Nacherwärmung?

Nacherwärmung ist das Erwärmen Ihrer Silage, nachdem Sauerstoff daran gekommen ist. Man spricht von Nacherwärmung, wenn die Silage mehr als 10 °C wärmer ist als die Außenluft (Eurofins Agro). Durch diese Wärme bekommen Schimmelpilze und Bakterien schnell eine Chance. Nacherwärmung und Schimmel treten deshalb oft zusammen auf. Woher Schimmel kommt, lesen Sie unter den 4 Ursachen für Schimmel in der Silage.

Wie entsteht Nacherwärmung?

Nach dem Einsilieren sinkt der pH-Wert Ihrer Silage, weil Milchsäurebakterien Zucker in Milchsäure umwandeln. Solange keine Luft dazukommt, bleibt das Futter stabil. Kommt doch Sauerstoff dazu, zum Beispiel nach dem Öffnen oder durch ein Loch in der Folie, werden Hefen wieder aktiv. Sie bauen Milchsäure ab und erzeugen Wärme.

Das passiert zuerst an den Rändern und oben. An den Wänden und in der obersten Schicht lässt sich das Futter am schwersten gut verdichten. Dort steckt also die meiste Luft. Reifen und Erde bleiben an den Rändern schlecht liegen. Und Regenwasser, das über die Seiten ins Futter läuft, erhöht dort den pH-Wert. Hefen und Schimmelpilze überleben dann, und sobald wieder Sauerstoff an das Futter kommt, beginnt die Nacherwärmung. Mit guter Abdeckung und Ableitung verhindern Sie Regenwasser im Silo.

Wiljan Ten Hove aus Kamperveen (Niederlande) kennt das. An den Wänden seiner Silos gab es regelmäßig Nacherwärmung und Schimmel. Seit er seine fünf Silos mit Silage Safe abdeckt, hat er damit kaum noch Probleme.

Wie erkennen Sie Nacherwärmung?

Ein nacherwärmtes Silo fühlt sich an der Anschnittfläche warm an. An kalten Morgen sehen Sie manchmal Dampf. Sie sehen Stellen mit weißem oder blaugrünem Schimmel und riechen einen muffigen oder sauren Geruch. Die Kühe fressen weniger gern davon. Wenn Sie sicher sein wollen, messen Sie die Temperatur einen halben Meter hinter der Anschnittfläche und vergleichen Sie sie mit der Außenluft. Ist der Unterschied größer als 10 °C, erwärmt sich Ihre Silage nach.

Was kostet Sie Nacherwärmung?

  • Verlust an Futterwert: Durch Nacherwärmung gehen schnell zusätzlich 10 % Futterwert verloren (Silage Safe, Broschüre 2026, auf Basis von Eurofins Agro). Der Verlust an Futterwert (Energie) kann bis zu 17 % betragen (WUR, Handboek Melkveehouderij). Pro Tag kann Nacherwärmung schon 3,5 % Trockenmasse kosten.
  • Geringere Futteraufnahme: Warmes, muffiges oder verschimmeltes Futter ist weniger schmackhaft.
  • Gesundheit: In nacherwärmtem Futter können Schimmelpilze wachsen, die Mykotoxine bilden.
  • Betriebsergebnis: höhere Futterkosten, weniger Milch und mehr Arbeit.

Ein Beispiel aus unserer Broschüre: Ein Silo von 50 x 10 x 3 Metern enthält etwa 402.500 kg Trockenmasse, das entspricht rund 88.550 € an Futterwert. Gehen davon 10 % verloren, sind das 8.855 € pro Jahr. Das sind Richtwerte, ohne Gewähr. Wie Sie das für Ihr eigenes Silo ausrechnen, lesen Sie bei Futterverluste berechnen.

Wie vermeiden Sie Nacherwärmung? 7 Tipps

1. Silieren Sie zu einer kühlen Tageszeit ein

Zum Beispiel morgens. Eingelagertes Futter gibt seine Wärme nur langsam ab und bestimmt lange die Temperatur im Silo.

2. Sorgen Sie für die richtige Trockenmasse

Zu trockenes Gras (über 45 %) lässt sich schwer verdichten und hält mehr Luft fest. Zu nasses Gras (unter 35 %) verzögert die Ansäuerung (Groeikracht, VeeteeltGRAS März 2025). Für Silomais sind 32-36 % Trockenmasse bei der Ernte ein gutes Ziel. Über 36 % steigt das Risiko für Nacherwärmung und Schimmel bei der Fütterung (WUR, Handboek Snijmaïs).

3. Walzen Sie gut

Gutes Verdichten verringert die Luftmenge in der Silage, und bei der Entnahme dringt die Luft weniger tief ein. Wie Sie das angehen: die 6 Tipps für die beste Verdichtung.

4. Silieren Sie die schlechtesten Partien zuerst ein

Trockenes oder stängeliges Material kommt nach unten. Dort ist es am wenigsten der Luft ausgesetzt und wird von den Lagen darüber gut angedrückt.

5. Decken Sie so schnell wie möglich ab

Dann kommt die Ansäuerung sofort in Gang. In einem Praxisversuch mit Ballen von Groeikracht lag der Trockenmasseverlust bei gut 6 %, wenn das Futter erst nach 2,5 Stunden eingewickelt wurde. Nach 5 Stunden waren es fast 10 %, und das Futter hatte einen spürbar niedrigeren Futterwert als Futter, das sofort eingewickelt worden war (Veeteelt, Mai 2021).

6. Sorgen Sie für eine luftdichte Abdeckung, auch an den Rändern

Gerade an den Rändern beginnt die Nacherwärmung, deshalb muss die Abdeckung dort straff anliegen und Druck geben. Prüfen Sie nach dem Einsilieren regelmäßig auf Löcher, zum Beispiel durch Schädlinge. Wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, lesen Sie unter Fahrsilo abdecken.

7. Stimmen Sie die Höhe der Silage auf den Vorschub ab

Mindestens 1,5 Meter pro Woche im Winter und mindestens 2 Meter pro Woche im Sommer. Mehr dazu lesen Sie beim richtigen Vorschub. Möchten Sie das für Ihr eigenes Silo durchrechnen, sprechen Sie uns an.

Erwärmt sich Maissilage schneller als Grassilage?

Maissilage gilt als anfällig für Nacherwärmung. Nach dem Öffnen enthält das Futter viel Zucker und Stärke, von denen Hefen leben. Je trockener der Mais beim Einsilieren, desto größer das Risiko: Über 36 % Trockenmasse steigt das Risiko für Nacherwärmung und Schimmel bei der Fütterung (WUR, Handboek Snijmaïs). Gutes Verdichten, eine glatte Anschnittfläche und genug Vorschub helfen.

Die Familie Jennissen aus Den Dungen deckt ein Maissilo von 90 x 14 x 4 Metern mit Silage Safe ab. Über die Konservierung sagen sie: „Wenn man es schön gewölbt formt, hat man kaum Nacherwärmung.“

Aus der Praxis
“Das hat den großen Vorteil, dass das Eiweiß im Gras viel besser erhalten bleibt.”
Jarne Schuiling, Vries (Niederlande) · Bericht lesen

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Häufige Fragen

Wie schnell kann sich ein Silo nach dem Öffnen erwärmen?

Das hängt von der Silage und vom Wetter ab. Bei warmem Wetter und einer lockeren Anschnittfläche geht es schneller. Deshalb halten Sie im Sommer einen höheren Vorschub ein als im Winter.

Kann ich nacherwärmtes Futter noch verfüttern?

Entfernen Sie verschimmeltes Futter immer. Sind Sie beim Rest unsicher, sprechen Sie mit Ihrem Fütterungsberater oder lassen Sie eine Silageanalyse machen.

Wann spricht man von Nacherwärmung?

Wenn die Silage mehr als 10 °C wärmer ist als die Außenluft (Eurofins Agro).