Schimmel in der Silage: 4 Ursachen und wie Sie ihn vermeiden

Von Silage Safe · aktualisiert am 5. November 2026 · 5 Min. Lesezeit
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Kurze Antwort

Schimmel in der Silage entsteht, wenn Sauerstoff und Wasser an das Futter kommen. Vier wichtige Ursachen sind schlechtes Verdichten, eine Abdeckung, die Luft oder Regen durchlässt, ein zu geringer Vorschub und unsauberes Arbeiten. Sie vermeiden ihn mit gutem Walzen, einer straffen Abdeckung, die auch an den Rändern schließt, genug Vorschub und sauberem Arbeiten.

Gehört zum LeitfadenNacherwärmung der Silage vermeiden: Wie entsteht sie und was tun Sie dagegen?

30 → 15 t

bei einer Anlieferung von 30 Tonnen Frischmasse pro Stunde gehören mindestens 15 Tonnen Gewicht auf das Silo

Silage Safe
1,5-2 m

Vorschub pro Woche: im Winter mindestens 1,5 Meter, im Sommer mindestens 2 Meter

Silage Safe

Eine weiße oder blaugrüne Schicht oben oder an der Wand: Dieses Futter können Sie wegwerfen. Schimmel in der Silage kostet Futterwert und Schmackhaftigkeit und kann für Ihr Vieh giftig sein. Ist der Schimmel erst einmal da, bekommen Sie ihn schwer wieder weg. Packen Sie deshalb die 4 wichtigsten Ursachen an, bevor es so weit ist.

Warum ist Schimmel in der Silage ein Problem?

Schimmel senkt den Futterwert, und die Kühe fressen das Futter weniger gern. Manche Schimmelpilze bilden Giftstoffe. Das wirkt sich direkt auf die Gesundheit und die Leistung Ihrer Tiere aus. Schimmelpilze brauchen Sauerstoff und wachsen am schnellsten, wo der pH-Wert hoch ist. Überall dort, wo Luft oder Wasser in die Silage kommt, bekommen sie also eine Chance.

Wie kommt Schimmel in die Silage? 4 Ursachen

Ursache 1: schlechtes Verdichten

Ist das Raufutter nicht gut verdichtet, bleibt Sauerstoff in der Silage zurück. Dieser Sauerstoff hilft Schimmelpilzen beim Wachsen und erhöht das Risiko für Verderb. Bei der Entnahme dringt die Luft außerdem weiter in die Anschnittfläche ein.

So vermeiden Sie es:

  1. Silieren Sie in dünnen Lagen ein. Dünne Lagen lassen sich leichter verdichten.
  2. Walzen Sie ohne Zwillingsreifen und vermeiden Sie Spurrinnen. Zwillingsreifen senken den Druck pro cm².
  3. Halten Sie Anlieferung und Gewicht auf dem Silo im Gleichgewicht. Bringen Sie mindestens die Hälfte des Gewichts der Frischmasse, die pro Stunde ankommt, als Walzgewicht auf das Silo. Kommen 30 Tonnen pro Stunde an, fahren mindestens 15 Tonnen auf dem Silo.

Mehr dazu lesen Sie in den 6 Tipps für die beste Verdichtung.

Ursache 2: eine Abdeckung, die Luft oder Wasser durchlässt

Bei einer schlechten Abdeckung kommt immer wieder neuer Sauerstoff an das Futter. Eindringendes Regenwasser erhöht den pH-Wert. So bekommen Schimmelpilze genau das, was sie brauchen.

So vermeiden Sie es:

  1. Sparen Sie nicht an der Folie. Wählen Sie eine gute Unterzieh- und Silofolie, die wenig Sauerstoff durchlässt und nicht schnell kaputtgeht. Eine Sauerstoffbarrierefolie lässt viel weniger Luft durch.
  2. Sorgen Sie für genug Druck hinter der Anschnittfläche. Dort kann der Wind unter die Folie kommen. Dann bekommen Schimmelpilze schon weiter hinten im Silo eine Chance. Wie Sie die Folie bei starkem Wind an ihrem Platz halten, lesen Sie bei Silo abdecken bei Sturm.
  3. Reparieren Sie Löcher und Risse sofort. Kontrollieren Sie die Abdeckung regelmäßig, zum Beispiel auf Löcher durch Schädlinge am Fahrsilo, und kleben Sie sie sofort zu.

Wie Sie Wasser aus der Silage halten, lesen Sie bei Regenwasser im Silo.

Ursache 3: ein zu geringer Vorschub

Bei zu geringem Vorschub steht das Silo zu lange offen. Das Futter erwärmt sich und wird weniger schmackhaft. Wärme, Sauerstoff und Wasser zusammen sind ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmelpilze. Schimmel und Nacherwärmung treten deshalb oft zusammen auf.

So vermeiden Sie es:

  1. Stimmen Sie die Silohöhe auf Ihre Fütterung ab. Legen Sie lieber ein paar kleinere Silos an als ein sehr großes, dann füttern Sie schneller durch. Wir empfehlen mindestens 1,5 Meter pro Woche im Winter und 2 Meter im Sommer.
  2. Sorgen Sie für eine glatte und ebene Anschnittfläche. Dort dringen weniger Wasser und Sauerstoff ein.

Wie Sie Ihren Vorschub berechnen, lesen Sie beim richtigen Vorschub.

Ursache 4: unsauberes Arbeiten

Schmutzige Maschinen, ein verschmutztes Fahrsilo oder loses Raufutter vor der Anschnittfläche sind Brutstätten für Bakterien und Schimmelpilze. Sie infizieren die Silage über direkten Kontakt, die Luft oder das Wasser.

So vermeiden Sie es:

  1. Verwenden Sie keine alte Silofolie. Darauf sitzen Bakterien und Schimmelpilze.
  2. Arbeiten Sie beim Einsilieren sauber. Sorgen Sie für ein sauberes Fahrsilo und eine saubere Zufahrt. Achten Sie darauf, dass die Reifen der Schlepper sauber sind, bevor sie mit frischem Futter ins Silo fahren. So silieren Sie keine zusätzlichen Bakterien und Schimmelpilze ein.
  3. Lassen Sie kein loses Futter und keinen Schmutz vor der Anschnittfläche liegen. Dort wachsen schnell Bakterien und Schimmelpilze, die die Anschnittfläche infizieren.
  4. Halten Sie Schädlinge fern. Schädlinge fressen Löcher in die Abdeckung und verbreiten mit ihrem Kot Bakterien, Schimmelpilze und andere Krankheitserreger.

Auch Erde auf dem Silo bringt Schmutz ins Futter. Andre Schulte aus Denekamp hat damit aufgehört: „Da wir keine Erde mehr verwenden, ist das Risiko für Buttersäurebildung und Listerien deutlich geringer.“

Warum sitzt der Schimmel vor allem oben und an den Rändern?

Dort lässt sich das Futter am schwersten gut verdichten, also steckt dort die meiste Luft. Reifen und Erde bleiben an den Rändern schlecht liegen. Und Regenwasser, das über die Seiten ins Futter läuft, erhöht dort den pH-Wert. Hefen und Schimmelpilze überleben dann, und sobald wieder Sauerstoff dazukommt, schlagen sie zu. Gerade an den Rändern muss die Abdeckung also straff anliegen und Druck geben.

Wiljan Ten Hove aus Kamperveen (Niederlande) hat es jahrelang auf seinem eigenen Betrieb gesehen: An den Wänden gab es regelmäßig Nacherwärmung und Schimmel. Seit er seine fünf Silos mit Silage Safe abdeckt, schließt das System die Silage luftdicht ab, und er hat damit kaum noch Probleme. Wie die Bahnen Druck auf die Ränder halten und das Regenwasser ableiten, sehen Sie in den Produktinformationen.

Checkliste: vom Abdecken bis zur Entnahme

Schimmel entsteht meist durch eine Summe kleiner Dinge. Gehen Sie diese Punkte regelmäßig durch:

  • Folie: Gibt es Löcher oder Risse? Kleben Sie sie sofort zu.
  • Oben auf der Silage: Bleibt Wasser stehen? Dann ist die Silage nicht schön gewölbt.
  • Ränder: Liegt die Abdeckung straff an der Wand an?
  • Anschnittfläche: Ist sie glatt und kühl, und liegt genug Druck hinter der Anschnittfläche?
  • Vor der Anschnittfläche: Liegen loses Futter oder Schmutz? Entfernen Sie sie.
  • Vorschub: Schaffen Sie mindestens 1,5 Meter pro Woche im Winter und 2 Meter im Sommer?
Aus der Praxis
“Wenn ich das Silo öffne, merke ich, dass die Qualität des Futters wirklich hervorragend ist.”
Hermann TenBerge, Gronau (Deutschland) · Bericht lesen

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Häufige Fragen

Kann ich verschimmelte Silage noch verfüttern?

Entfernen Sie verschimmelte Stellen immer großzügig und verfüttern Sie sie nicht. Schimmelpilze können Giftstoffe bilden, die Sie nicht sehen. Sind Sie beim Futter drumherum unsicher, sprechen Sie mit Ihrem Fütterungsberater oder Tierarzt, oder lassen Sie eine Silageanalyse machen.

Wie kommt Schimmel in die Grassilage, wenn das Silo noch zu ist?

Dann kommt irgendwo doch Luft oder Wasser dazu: durch ein Loch in der Folie, an der Wand entlang oder unter der Folie hinter der Anschnittfläche. Auch schlecht verdichtetes Futter hält Luft fest. Kontrollieren Sie die Abdeckung regelmäßig und reparieren Sie Löcher sofort.

Hilft ein höherer Vorschub gegen Schimmel?

Ja. Je kürzer die Anschnittfläche offen liegt, desto weniger Zeit haben Schimmelpilze zum Wachsen. Ein kleineres Silo oder ein schmaleres Fahrsilo hilft, schneller durchzufüttern.